Manuelle Medizin
In der manuellen Medizin sind die Hände der Ärzte (lateinisch manuell = mit der Hand) das wichtigste Untersuchungs- und das einzige Behandlungsinstrument. Es geht einerseits darum Störungen des Bewegungsapparates genau zu untersuchen und andererseits diese auch gezielt zu behandeln.

Weitere Informationen sind dem Merkblatt zu entnehmen (siehe Links).


Informationsblatt Kindermanualmedizin von Dr. med. A. Marx

Liebe Eltern

Die Wurzeln meiner manualmedizinischen Beurteilung und Therapie sind in den 50er und 60er Jahren bei Dr. Gutmann zu finden. Insbesondere durch Dr. Biedermann und die weiteren Lehrer der EWMM Arbeitsgruppe konnten Beobachtungen und Behandlungserfahrungen optimiert und systematisiert werden. Durch die Auswertung von bislang über 100'000 Säuglingen und Kleinkindern konnten einige allgemein gültigen Aussagen herausgearbeitet werden.

Kopfgelenksinduzierte Symmetriestörungen (KISS) sind Auffälligkeiten der Säuglings- und Kleinkinderentwicklung deren Ursache in einer Funktionsstörung insbesondere der Kopfgelenke zu finden ist. Auslöser sind meist geburtstraumatische Einflüsse. Als Risikofaktoren einzustufen sind:
  • hohes Geburtsgewicht (>4kg)
  • Saugglockengeburt
  • Notfall-Kaiserschnitt
  • Steisslage
  • Beckenlage
  • Zwillinge
Wir unterscheiden zwei Formen von KISS wobei sich häufig klinisch eine Mischform präsentiert.
   Symptome bei KISS I
  • Schiefhaltung ders Kopfes bis zur Zwangshaltung mit einseitiger Einschränkung der Kopfbeweglichkeit
  • Einseitig fixierte Rumpfhaltung (C-Skoliose)
  • Eine Gesichtshälfte ist kleiner
  • Einseitige Nachenüberempfindlichkeit
  • Motorische Entwicklungsverzögerung
  • Mindermotorik einer Köperseite
  • Tonusasymmetrien der Muskulatur
  • Einseitige Stillprobleme
  • Einseitige Abplattung des Hinterkopfes
  • Ein- und Durchschlafstörungen sowie weitere vegetative Beschwerdebilder
   Symptome bei KISS II
  • Überstreckungstendenz mit Abplattung des Hinterkopfes mittig
  • Verweigerung der Bauchlage
  • Kopfhalteschwäche
  • Nackenüberempfindlichkeit
  • Neigung zu vermindertem Grundtonus der Muskulatur
  • Retardierung in der Vertikalisierung
  • Schluckstörungen und Stillprobleme
  • Vermehrtes Sabbern und Spucken
  • "3 Monatskolliken"
  • Schreiattacken
  • Eind- und Durchschlafstörungen
Nebst der gezielten manualmedizinischen Untersuchung erfolgt zudem eine röntgenologische Kontrolle der Halswirbelsäule um strukturelle Missbildungen zu erfassen und die Behandlung geanu planen zu können. Im Säuglingsalter genügt meistens 1-2 Behandlungen, später in der Regel 2-3 Behandlungen im Abstand von 6-12 Wochen.

Die Behandlung selbst besteht aus einem dosierten Druck (Manipulation) an den oberen Halswirbeln tantential oder quer jedoch nie im Sinne einer Drehung/Rotationsimpulses. Zudem kommen mobilisierende und manipulierende Griffe am Übergang Bekcen/Lendenwirbel zum Einsatz. Für einen kurzen Moment ist die Technik für ihr Kind unangenehm. Entsprechend quittiert es die Behandlung meist mit vegetativer Symptomatik, insbesondere Schreien. Ernsthafte Komplikationen wurden in den bis dato mehr als 100'000 behandelten Kindern nicht beobachtet.

Nach der Behandlung benötigt Ihr Kind erst einmal Ruhe um den therapeutischen Reiz ausreichend zu verarbeiten. Wir nennen diese benötigte Zeit die Reaktionsphase. Entsprechend sollten während 3 Wochen alle krankengymnastischen Behandlungen pausiert werden. Weitere spezielle Verhaltensweisen sind nicht erforderlich. Nach 6-8 Wochen empfehlen wir eine klinische Verlaufskontrolle, um den Behandlungseffekt zu überprüfen und gegebenenfalls weitere Therapien einzuleiten. In der Kontrolluntersuchung kann auf weitere Röntgenuntersuchungen verzichtet werden. 

Weitere manualmedizinisch sinnvolle Untersuchungsfenster sind mit 3 Jahren sowie vor der Einschulung.

Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder schriftlich per e-Mail zur Verfügung.

Ihr Dr. med. A. Marx